Thailand / Laos 2006

Samstag, 23.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERANach den vielen Stunden in der fliegenden Sardinenbüchse sind wir ganz erstaunt, dass wir doch einigermassen geschlafen haben. Bis zu 7 Stunden haben wir hingelegt, ein neuer Economy-Rekord. Im neuen Flughafen von Bangkok (erst seit September offen) kommen wir pünktlich 45 Minuten zu spät an. Der Rest klappt bestens: zackige Immigration trotz Trainee am Schalter, Gepäck als erstes da und der Transfer zum Hotel verläuft auch bestens. Dank neuer Express-Hochstrasse ist der Verkehr in Bangkok ein völlig neues Erlebnis: Stau hat es erst auf den letzten paar hundert Metern.

Das Nachtessen gibt es heute im nahe des Shangri-La gelegenen State Tower. Nachdem wir in mehreren Anläufen durch die verschiedenen Etagen und Lifte schliesslich im 64. Stock angekommen sind, hat es dort entgegen den Aussagen unserer Führerin kein thailändisches Restaurant, sodass wir ein gutes BBQ am stimmungsvollen Pool im Mezzanine-Floor habern. Die Idee, doch noch einen Drink mit Aussicht zu genehmigen, lohnt sich. Eine bombastische Sicht über die ganze Stadt wird uns geboten. Eigentlich wäre in dieser phantastischen Atmosphäre sogar ein mediterranes Buffet auszuhalten gewesen.

Wir machen noch einen Versuch, den Nachtmarkt an der Silom Road zu verunsichern, aber wir finden ihn nicht. Ein paar Tage danach wird sich herausstellen, dass er viel weiter oben gewesen wäre. Macht auch nichts, so spart man Geld! Das Hotel finden wir – oh Wunder – ohne Schwierigkeiten wieder und bald schlafen wir (mehr oder weniger) tief.

 

 

 Sonntag, 24.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERADass Weihnachten ist, ist nicht zu überhören: Jingle Bells und Konsorten grüssen pausenlos aus allen Lautsprechern. Mit der Zeit kennen wir jeden Song in- und auswendig.

Ein frühes Frühstück am Fluss bringt uns in die richtige Stimmung für eine Fahrt mit einem Longtail-Boot durch die Klongs von Thonburi. Unterhalb von der Krungthep-Brücke fahren wir in das Kanalsystem ein und erwehren uns bald der ersten Souvenir-Attacke. Das kurz darauf folgende Angebot der Krokodil-Farm schlagen wir dann aber nicht mehr aus, damit die Kirche im Dorf bleibt. Der Eintritt von 150 THB ist zwar ziemlicher Wucher, aber immer noch besser, als das Geld per Entwicklungshilfe zu schicken. Wir fotographieren Kinder mit Aeffli oder umgekehrt, nicht ohne dem Affenhalter einen Batzen zu spenden. Dann verfolgen wir aus respektvoller Distanz verschiedene Turnereien mit diversen Schlangen. Es ist dabei beruhigend zu hören, dass das nächste Spital nur 10 Minuten per Boot entfernt ist (sofern es nicht gerade einen Kanal-Stau hat). Der sogenannte Zoo ist ziemlich trist: der Cocodrillo ist faul wie ein Pfund Dreck, aber was soll’s: er hätte sowieso keinen Platz, sich zu bewegen. Schlangen hat es auch fast keine, viele Gehege sind leer. Wir gehen davon aus, dass sie abgehauen sind und schlendern deshalb gemütlich und locker zum Schiff zurück. Die Teller mit unseren Konterfeis kaufen wir sehr zum Leidwesen der Fotografin nicht. An sich ein Fehlentscheid, denn es wäre ja wirklich ein erbauender Anblick, wenn man sich selber entgegenblickt, sobald der Salat artig ausgegessen ist.

Durch eine Schleuse kommen wir allmählich zurück zum Chao Phraya und besichtigen vor der Rückkehr noch den eindrücklichen Wat Arun. Der übliche Touristenrummel wird getopt durch die Verkleidungsfotos im Stil von Tempeltänzern: absolute Weltspitze. Den Kindern gefällt vor allem die Porzellandekoration im Stile von Grossmutters Tellern...

Nach kurzer Rast im Hotel nehmen wir ein River Taxi zum Wat Phra Kaeo. Für die einen zum ersten Mal, für die andern zum dritten Mal: der Tempelkomplex ist einzigartig. Insbesondere die Gemäldegalerie entlang den Begrenzungsmauern und die vielen Figuren haben es uns angetan. Der naheliegende Lumphini-Park ist nicht der Lumphini-Park, da dieser völlig woanders liegt. Auch auf die nachmittägliche Ausfahrt von einer der 4 Prinzessinnen warten wir vergeblich. So bleibt nur noch der Wat Pho, der sich allerdings wirklich gelohnt hat. Wir verteilen Münzen in die Schalen vor den unzähligen Buddhas und machen so einen ersten Schritt in eine besseres nächstes Leben. Ins Nirwana dauert es wahrscheinlich noch ein wenig. Per Tuk-Tuk kämpfen wir uns durch das Gewühl zurück zum Hotel.

Das Weihnachtsessen im Salathip-Restaurant am Fluss ist stimmungsvoll. Santa Claus, Kinderchor und Jingle Bells können uns die Laune auch nicht verderben. Schon besser in dieses Klima passen die thailändische Musik und die Tänzerinnen.

Zum Abschluss der Weihnachtsfeier unterstützen wir noch die Poolbar und sind dann ziemlich reif für die Heia.

 

 

Montag, 25.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAWir checken um 07:00 aus und werden um 08:15 im Anschluss an eine mehrfache Suchaktion von unserem Tourguide abgeholt. Per Express-Way fahren wir nach Norden. Wir machen einen ersten Halt in Bang Pa-in. Der sogenannte königliche Sommerpalast bietet eine interessante Mischung verschiedener Gebäude aus diversen Ländern der Welt. Vor uns war auch die Queen schon da und hat zum Lebkuchenhaus heraus in die Kamera gelacht. Natürlich besteigen wir auch den indonesischen Turm, nur Thari unser Führer behauptet, er hätte das schon ein paar hundert Mal gesehen.

Den zweiten Halt machen wir dann in Ayutthaya in verschiedenen antiken Tempeln. Nachdem die bösen Burmesen alles platt gemacht hatten (1767), sind die Anlagen natürlich immer noch eindrücklich, aber ein Steinhaufen bleibt halt auch auf dieser Seite der Welt ein Steinhaufen. Nacheinander sehen wir den Wat Chai Wattanaram, den Reclining Buddha mit gelbem Tuch und vor dem Mittagessen auch noch den Wat Phra Mongkhon Bophit (grosser Bronze-Buddha). Der Wat Phra Si Sanphet, der gleich nebenan liegt, beschliesst den Morgen. Der Buffet-Lunch im Touristenbunker ist o.k., aber auch nicht besonders aufregend.

Nach dem Essen besichtigen wir den Wat Phanan Choeng am Fluss. Der Buddha wird gerade restauriert, sodass man innen ausser dem Gerüst relativ wenig sieht. Nebenan liegt auch noch ein chinesischer Tempel, ein ziemliches Chrüsimüsi insgesamt.

Per Longtail-Boot fahren wir dann zurück nach Bang Pa-In, wo uns unser Mekhala-Boot erwartet.

Bequem, ruhig und gemütlich tuckern wir dann den Chao Phraya hinunter, vorbei an kleinen Dörfern, an Wildnis und an Einzelhütten. Alle 200 m kommt ein Wat und schon bald wird es Abend; Zeit um beim Wat Kai Tia anzulegen. Keiner der vielen Mönche sagt „Hallo, hallo, ich bin ein Mönch“. Die Kinder spielen unter geistlicher Aufsicht das thailändische Gemisch aus Fuss- und Volleyball. Yvonne möchte den Floh-Hund adoptieren, entscheidet sich dann aber doch anders.

Beim Candlelight-Dinner auf Deck geht der Weihnachtstag würdig zu Ende.

 

 
Dienstag, 26.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAZusammen mit dem Wecker-Gedudel startet der Captain um genau 06:15 den Kahn und bald schon geniessen wir den Sonnenaufgang.

Nach dem Frühstück ändert sich die Umgebung langsam. Zwar kommt immer noch alle 200 m ein Wat, aber sonst wird die Gegend zunehmend städtischer. Der Flussverkehr hat deutlich zugenommen. Imposant sind vor allem die grossen Lastkähne, die (3-4 zusammengebunden) von einem kleinen Pfupferli-Schiff gezogen werden. Jeder Kahn hat Ladekapazität von 50 to und wird von einer Familie bewohnt.

Um 09:30 kommen wir an einem Pier unterhalb des Shangri-La an und werden danach ins Hotel zurück gefahren. Dort sind die Zimmer noch nicht fertig und so müssen wir fast eine Stunde warten, bis wenigstens eines bereit ist. Unser Vorgänger war offenbar ein besonderer Sauniggel , weshalb die Reinigung länger gedauert hat.

Per Skyttrain fahren wir am Nachmittag zum Siam Square. Dort kaufen wir im modernen (westlichen) Einkaufszentrum einen richtigen Thailand-Reiseführer, ein Tagebuch und lokale Musik. Im lokalen Kaufhaus erwerben wir ausser nichts noch einen UV-Filter für mein neues Weitwinkel-Objektiv. Wir fahren staufrei per Skytrain zurück ins Hotel und bringen Ordnung ins Fotopuff. Nachtessen im „The Face“ und anschliessender Besuch des Suan Lom-Nachtmarktes in der Nähe des Lumphini-Parks (des richtigen). Irgendwann geht das Geld aus und so tuckern wir per Tuk-Tuk zurück ins Shangri-La.

 

 
Mittwoch, 27.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAEigentlich wäre schon um 06:00 Abfahrt, aber da wir Ayutthaya schon besucht haben, werden wir von unserer Führerin Tom um 08:30 abgeholt. Vor uns steht eine lange, relativ ereignislose Fahrt nach Phitsanulok, rund 400 km nördlich von Bangkok.

Wir halten ein erstes Mal in Sara Buri für die Besichtigung des Wat Phra Phuttabat. Wir spenden einen Dachziegel und läuten die Tempelglocken, ein weiterer Schritt in ein besseres Leben. Das Highlight des Tempels ist der Fussabdruck des Buddha, der offensichtlich auf grossem Fuss gelebt hat.

Der nächste Stop ist in Lop Buri, allerdings ist dies mehr ein Pflicht- als ein Kürteil, denn ausser den Hunderten von Affen (könnte man adoptieren) und ein paar Khmer-Steinhaufen gibt es nicht viel zu sehen (oder hat man uns mindestens nicht gezeigt).

Irgendwo in der Pampas machen wir in einem schönen Garten Mittagsrast. Um ca. 14:00 geht es wieder auf die Piste, der (unbequeme) Bus wird schnell zum Schlaf- und Lesewagen.

Gegen Abend kommen wir in Phitsanulok an und besuchen noch den Wat Phra Si nahe beim Nan-Fluss. Nach dem Kampf durch den (moderaten) Verkehrsstau kommen wir zu unserem Hotel Amarin Lagoon. Der Pool ist tip top, die Thai-Massage spitzenmässig und das Nachtessen eher mittelmässig. Zum Abschluss erstehen wir im Hotelshop noch geschnitzte Seifen im Büchsli.

 

 
Donnerstag, 28.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERANach reichhaltigem Frühstück fahren wir um 08:30 vom Hotel ab. Zunächst schalten wir – infolge Berufskrankheit sozusagen – einen Besuch in einer Buddha-Giesserei ein. Es wird zwar nicht gegossen, aber man sieht alle Stadien des Wachs-Abgussverfahrens sehr gut. Am meisten Arbeit gibt  offenbar die Nachbearbeitung des gegossenen Teils. Insgesamt dauert der ganze Produktionszyklus ein ganzes Jahr, da wäre wahrscheinlich noch einiges an betrieblichen Verbesserungen herauszuholen. Im Souvenirshop postet sich Nicole ein kleines Tempelglöcklein.

Entlang von endlosen Reisfeldern fahren wir auf einer wegen vielen Baustellen holprigen Rumpelstrasse Richtung Nordwesten. Immer wieder passieren wir Polizeikontrollstellen, aber verhaftet werden wir nicht. Schliesslich kommen wir durchgeschüttelt in Sukothai an. Wir konzentrieren uns auf den Wat Mahathat, eine friedliche Ruinenanlage mit vielen Bäumen und erstaunlich wenigen Touristen. Der Baustil in dieser ersten thailändischen Königsstadt wurde zu einer eigenständigen Mischung aus Khmer-Architektur und Einflüssen aus Sri Lanka. Es hat relativ viel Wasser rund um die Anlage. Wir treffen eine Horde Schulkinder, vermutlich geniessen sie gerade Geschichtsunterricht. Eine andere Gruppe winkt von einem Pick-Up herab und sogar der Tuk-Tuk Fahrer und die Verkäuferin lachen in die Kamera.

Wir fahren eine knappe Stunde Richtung Norden und besichtigen in Si Satchanalai den Wat Chang Lom.

Das Mittagessen bekommen wir gegen 13:00, es ist geprägt durch eine echte Spinne und fiktive Schlangen (10 Minuten bis zum Spital). Auch eine Katze mit wahrscheinlich echten Flöhen greift an.

Um ca. 14:00 fahren wir weiter, die Strasse ist weiterhin holprig, zudem wird sie jetzt auch noch etwas kurvig, denn wir verlassen die Ebene und kommen in die Hügel. Die Verdauung setzt ein und schon schlafen alle (ausser dem Fahrer). Die Reisfelder werden kleiner und die ersten Wasserbüffel werden gesichtet. Nicole findet speziellen Gefallen an den Kühen mit den langen Ohren und den dürren Hälsen. Wahrscheinlich ist die Regel gleich wie beim Buddha: lange Ohren = langes Leben. Nach 16:00 kommen wir nach Lampang, das etwa 500 m über Meer liegt. Wir besuchen den Wat Phra Kaeo Don Tao, wo einst der Jadebuddha aufbewahrt wurde, der heute im Wat Phra Kaeo in Bangkok steht. Der Tempel unterscheidet sich deutlich von den früher besichtigten, er ist im burmesischen Stil gebaut. Die Mönche wischen fleissig den Boden.

Schliesslich kommen wir zur idyllisch gelegenen Lampang River Lodge und geniessen den kühler werdenden Abend mit einem Drink auf der Terrasse über dem Fluss und das anschliessende Nachtessen im Restaurant-Pavillon. Thai-Musik begleitet das Essen, das nicht sehr thailändisch ist, aber die Atmosphäre stimmt definitiv.

 

 
Freitag, 29.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAUm 08:00 verlassen wir die schöne Lodge und machen uns auf die Pneu zum Wat Phra That Lampang Luang. Dies ist eine schöne, gut erhaltene alte Tempelanlage mit einem riesigen Bodi-Baum, dessen Zweige von vielen Stangen abgestützt werden. Diese wurden von den Gläubigen gespendet, um die angebliche Gefahr des Umstürzens abzuwenden. Auf dem Markt vor dem Tempel versucht der Schreibende fritierten Schweinemagen (mmmh !) und die Ladies kaufen eine Kette und eine kleine Botanisierbüchse. Natürlich müssen wir kräftig handeln, damit der Preis zum Stimmen kommt.

Dann geht es weiter nach Lamphun zur Besichtigung des Wat Phra That Haripunchai. Dort steht ein 46m hoher goldener Chedi. Wegen des bevorstehenden Neujahrswochenendes hat es sehr viele Gläubige, die ihn 3-mal umrunden: einmal für den Buddha, einmal für die „Unterrichtung“ und einmal für die Mönche. Solche gibt es hier à gogo, denn dem Wat angeschlossen ist auch eine grössere Mönchsschule.

Wir fahren am späteren Vormittag nach Chiang Mai weiter und klappern noch vor dem Mittagessen einen grossen Schmuckladen mit kleiner Werkstatt und einen Lackwarenladen ab (ebenso mit Alibi-Produktion). Ausser 3 kleinen Bilderrähmchen sind wir nicht käufig.

Das Mittagessen in mint, hellblau, pink usw. schmeckt besser als die Umgebung aussieht. Anschliessend machen wir noch den Rest des Souvenirshop-Programms: eine Seidenweberei (1 Schal, 1 Hemd) sowie eine interessante Schirmherstellung (1 Schirm für das Thailand-Zimmer von Nicole).

Um ca. 16:15 kommen wir im Hotel Amari Rincome an. Das Hotel ist an sich tip top, allerdings an etwas lauter Lage. Zum Retablieren am Nachmittag und Schlafen in der Nacht reicht es aber bestens.

Um 19:00 fahren wir ab für das Nachtessen: nordthailändische (chinesisch beeinflusste) Nudelsuppe. Die anschliessende Trinkgeldverleihung fällt zur Zufriedenheit aller aus.

Auf dem Nachtmarkt im Gewühl von Verkaufsläden und lokalen wie europäischen Touristen erstehen wir – jeweils hart erhandelt – einen Wandbehang, 2 Tuk Tuk, einen Silber-Buddha, eine echt gefälschte Breitling und eine ebenso echt gefälschte andere Uhr, dito LV-Tasche). Fast hätten wir uns den Tuk Tuk zurück zum Hotel nicht mehr leisten können.

 

 
Samstag, 30.12.2006

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAZum ersten Mal (auf dieser Reise) verschlafen wir, weshalb es einen Alarmstart gibt. Trotzdem haben wir die Lage im Griff, frühstücken gemütlich auf der Veranda und warten auf unseren neuen Führer. Er heisst Philipp und „nik sprechen gutt deutsch, Vater Thai, Mutter Thai“. Kurz nach der Abfahrt machen wir einen Blitzbesuch in einer Orchideenfarm („30 Minuten“), dieser endet nach 5 Minuten und führt zuletzt rein zufällig durch einen Souvenirshop. "Nix wollen kaufen Souvenir!"

Hinein in ein Seitental, ein paar Kurven rauf und schon sind wir in einem Hmong-Dorf. Wir stolpern ein paar Meter herum, aber eigentlich gibt es weder natürliche noch touristische Aktivitäten.

Etwas weiter unten im selben Tal besuchen wir die schön gelegenen Mae Sa Wasserfälle. Angenehmerweise treffen wir fast keine Touristen und so geniessen wir ein paar ruhige Minuten, bevor die nächste Touristenattraktion auf uns wartet. In einem Teppichshop lassen wir uns bei einer Tasse Tee in die Geheimnisse der Knüpfkunst vom Kashmir (?!) einweihen und bedauern wirklich, dass wir zuhause weder vertikal noch horizontal nur einen einzigen Quadratmeter frei hätten.

Für unseren guten Philipp ist es sehr erstaunlich, dass wir um 10:30 noch keinen Hunger haben. So bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder eine Meile unter die Räder zu nehmen. Im Mae Tang River Valley kommen wir nach rund einer Stunde an und haben jetzt keine Chance mehr: jetzt ist Hunger obligatorisch. Bei einem Elefanten-Camp gibt’s Lunch vom Buffet, scharf beobachtet von einer grossen Spinne. Nach „Issen suchen Elefant für Sitzen, aber nik viel Elefant, viel Touristen“.

So "wir nicht sitzen Elefant" sondern unternehmen zuerst eine Fahrt mit einem Bambusfloss, wo ein bisschen nasse Füsse zum guten Ton gehören. Die Landschaft ist traumhaft, nicht einmal die vielen Touristen (viele davon Thai) stören wirklich. Anschliessend finden wir doch noch zwei Elefanten und reiten etwa eine Stunde inklusive Flussdurchquerung. In der Hälfte werden die Mädels zum „Chauffeur“ was den Elefanten von Yvonne und Nicole richtig hungrig macht. Er futtert Bananen und Zuckerrohr wie wild, sehr zur Freude derjenigen, die diese verkaufen. Besonders für Corinne ist der Tag gekrönt und so hält uns nichts mehr davon ab, zur Lisu Lodge zu fahren. Wir besichtigen den „Kräutergarten“ und den Tempel (10 Mio THB-Baustelle) und besuchen den Schamanen, der in den Tee blasen kann, damit die Kopfschmerzen vergehen. Wir trinken (ungeblasenen) Tee aus Bambusbechern und ich bekomme auch einen selbstgebrauten Schnaps (trinkbar). Nach einem kurzen Dorfbummel kommen wir zur schön gelegenen Lodge.

Bei sinkenden Temperaturen erhalten die jungen Damen eine Massage auf der Veranda. Dort geniessen wir anschliessend auch das ausgiebige Nachtessen. Musik und Tanz sind nicht das fantasievollste, was wir schon gesehen haben. Dafür können diejenigen mitmachen, die wollen. Der Lärm saufender Koreaner in einem anderen Pavillon stört etwas, er wird aber mehr oder weniger von den quakenden Fröschen übertönt.

 

 
Sonntag, 31.12.06

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAZu christlicher Zeit (es ist schliesslich Sonntag) verlassen wir die Lisu Lodge. Erster Stop für uns ist Mae Malai. Wir besuchen den lebendigen Markt, etwas gemächlicher, als sich das unser Philibips vorgestellt hat. Wir können der Versuchung widerstehen, die delikaten Käfer und Heugümper zu kosten und auch die gebratenen Maden haben kurz nach dem Frühstück leider noch keinen Platz. Von den diversen Reissorten erfahren wir, dass es teuren und billigen gibt und diese Information erweitert den Horizont doch beträchtlich. Es gibt auch Hund am Spiess, das Tier war aber in seinem gerade abgelaufenen Leben doch eher ein Huhn. Wir kaufen noch vier lebendige Vögel im Bambuskörbli. Ein paar Kilometer weiter lassen wir sie zur Absicherung eines langen Lebens frei, sicher gut investierte 40 THB. Auf der Fahrt Richtung Norden verpasst der Grossteil der Familie die Aussicht auf Täler und Hügel, Reis- und Gemüsefelder und kleinere und grössere Dörfer. Der Schlaf hat sie nochmals eingeholt. Nächster Stop („noch nicht hungrig?“) ist in einem Aka-Dorf, das im „offiziellen“ Teil eher wie ein Sightseeing-Parcours aussieht. Wir sehen die Schaukel (zum Erntefest einmal jährlich im Gebrauch), das Geistertor (böse Geister bleiben im Dschungel), den Schmied (der auf diesem gleichen Eisen wahrscheinlich schon ein paar hundert Mal herumgehämmert hat) und schliesslich tanzt man auch noch extra für uns. Die Schule ist wegen Sylvester geschlossen (viele Akas sind Christen).

Ueber eine gute Strasse mit vielen Kurven und Aufs und Abs gelangen wir nach Mae Salong, der ehemaligen Hochburg geflohener Kuonmintang-Angehöriger. Auch heute noch wohnen vor allem „chanüsche“ Leute hier (= Chinesen). Das Essen ist nicht unbedingt ein Highlight und so sind wir schnell wieder auf der Piste, denn die Aussicht nach Burma ist infolge Dunst auch nicht gerade überwältigend. Einzig das Puff auf und neben der Strasse ist gewaltig.

Wir lassen das Angebot eines Teeplantagen-Besuchs dankend vorüberziehen. Dafür halten wir noch kurz in einem Yao-Dorf an, dann geht es weiter nach Mae Sai. Wir kommen kurz vor 16:00 in diesem Grenzort zu Burma an. Philibips ist etwas in Zeitnot und als er den Stau erblickt, schlägt er vor, dass wir einmal stauen und kehrt machen, weil „boat trip sehr schön!“. Wir möchten aber gerne noch den lokalen Markt sehen, weshalb wir doch aussteigen. Plötzlich hätten wir viel Zeit für eine Jadefabrik (natürlich mit Shop), aber wir setzen uns erneut durch, der Boat Trip ist uns dann doch wichtiger. Wir schauen kurz zu den Kommunisten nach Burma rüber und „macken Fotografie“ mit der Erinnerungstafel.

Um 17:15 hat der Gute noch mehr Stress: Fahrt nach Chiang Saen und neuer Stau! Die Bootsfahrt findet im Halbdunkel statt („nix Fotografie“), aber immerhin sehen wir das burmesische Kasino im Goldenen Dreieck. Als wir anlegen, ist Philibips sichtlich erleichtert: Programm fertig! Und wir werden seine klaren, gradlinigen Erklärungen noch vermissen (z.B. „nik milk, issen meat“, übersetzt: keine Milchwirtschaft, sondern Fleischproduktion).

Die drei Ladies sind vom Anantara- Resort positiv überrascht (Yvonne dachte an Berghütten-Sylvester) und auch den Schreibenden freut’s: Super Lodge mit 5-Stern Komfort und sogar einen Upgrade in 2 Suiten bekommen wir beim Einchecken.

Wir beschliessen das Jahr gediegen mitten in der Wildnis und geniessen Speis, Trank und Tanz bis in den frühen Morgen.

 

 
Montag, 1.1.2007

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAEs ist zwar noch frisch, aber alle sind zur Zeit munter. Einzig die Kaffeemaschine braucht zwei Anläufe. Unser guter Philipp tut uns an diesem Morgen doppelt Leid: einerseits musste er mit dem Fahrer im Auto schlafen, anderseits wird der Beurteilungsbogen, den auszufüllen er uns genötigt hat, seine Laune kaum wesentlich verbessern.

Die Stimmung bei der Wegfahrt ist einzigartig: leichte Nebel liegen im Tal und zwischendurch erhascht man einen Blick auf die aufgehende Sonne. Gemessen an der Sichtweite ist das Tempo, das der Fahrer anschlägt, hoch genug. Alles funktioniert gut und so sind wir bereits nach einer Stunde am Grenzübergang in Chiang Khong. Per Boot setzen wir auf die laotische Seite über, nachdem wir unseren Führern/Fahrern noch je ein Trinkgeld übergeben haben. Beide scheinen sich zu freuen und vor allem der Philibips ist sicher nicht unglücklich, dass er uns los ist.

In Houeisay werden wir von einem neuen Tätschmeister erwartet, der uns in sein Büro führt, wo wir die Zollpapiere ausfüllen und Tee trinken. Trotz aller Formalitäten geht es sehr locker zu und her und der echte Chef am Platz ist der Hahn, der sich auf die rostige Grenzschranke gesetzt hat. Der Duty Free ist sehenswert und auch sonst gibt es allerlei zu entdecken, sodass die Warterei nicht allzu mühselig wird.

Schliesslich geht es per (Gross)-Tuk Tuk weiter zu unserem Boot, das wir leicht staubig und durchgeschüttelt erreichen. Platz hat es genug, denn das Boot ist nur ungefähr zur Hälfte belegt.

Etwas nach 10:00 legen wir ab und sofort sind wir im kühlen Fahrtwind, sodass einzelne Mitreisende neben 2 Helly Hansen auch noch 3 Windjacken und ein paar Pullover anziehen. Eine unberührte Landschaft zieht an uns vorbei, grösstenteils sehen wir Urwald und sandiges Ufer. Ab und zu kommen wir bei einzelnen Hütten und kleineren Dörfern vorbei. Knatternder Lärm kündigt jeweils lange vorher die Vorbeifahrt eines Longtail-Bootes an. Auf engstem Raum zusammengepfercht, meist mit Schutzhelm und Schwimmweste ausgerüstet, verharren die Fahrgäste auf diesen sogenannten Speedboats während bis zu 6-7 Stunden bis nach Luang Prabang, das von hier oben auf dem Landweg schlecht erreichbar ist. Wesentlich angenehmer scheint die Reise auf dem Slowboat abzulaufen, allerdings dauert diese Fahrt auch rund doppelt so lange. Irgendwann gibt es ein sehr gutes Mittagsbuffet an Bord. Der Service ist sehr aufmerksam und freundlich, auch die Informationen zur Gegend sind interessant.

Wir kommen an Felsen, Hügeln, Wäldern und Feldern vorbei, Fischer lösen sich mit Wasserbüffeln ab. Einige Zeit nach dem Essen machen wir einen Halt in einem kleinen Lao-Dorf. Für eine kurze Zeit erhalten wir Einblicke in eine noch heile Dorfwelt und es wäre den Dorfbewohnern zu gönnen, dass sie noch möglichst lange so leben können. Wir spenden dem Mönch etwas Weniges und kaufen ein gewobenes Tuch, nicht zuletzt, um nicht die reine Bettelei zu unterstützen. Die Kinder drängen sich, um auf einem Foto verewigt zu sein. Umso grösser ist die Freude, wenn sie sich anschliessend im Display nochmals anschauen können.

Wir fahren weiter flussabwärts und nach einiger Zeit gibt es Früchte (Papaya und Bananen), sodass der Hunger keine Chance bekommt. Das war auch nötig, denn die Pringels die Yvonne am ersten Grenzkontrollstop von einem laotischen Knaben erhandelt hat, sind alle schon längst vertilgt. Die Temperaturen sind in der Zwischenzeit zu christlichen Werten zurückgekehrt.

Um 16:30 kommen wir nach Pakbeng resp. zur Luang Say Lodge. Die Lage der Lodge ist traumhaft, gleich oberhalb des Flusses. Da dieser im Moment infolge der Trockenheit einen sehr tiefen Wasserstand hat, erklimmen wir die kleinen Hütten über eine grosse Sandbank.

Wir geniessen das Sosein ein wenig (und das Fotoausmisten) bevor wir zur Volkstanzvorführung gehen. Die Temperaturen sind gut auszuhalten und der Food ist bestens.

Vor dem Schlafen überprüfen wir das Zimmer der Kinder auf Schlangen, Moskitos und anderes Getier und geniessen anschliessend noch für eine Weile die Geräusche der Wildnis und die spezielle Flusslandschaft im Lichte des zunehmenden Mondes.

 

 
Dienstag, 2.1.2007

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERADer Morgen ist kühl und ein tiefer Hochnebel liegt über dem Mekongtal. Die Dusche ist auch nicht richtig warm, was Einzelne zum Duschverzicht bewegt.

Zum Frühstück gibt es neben den Rühreiern allerhand Laotisches, insbesondere Klebreis. Stressfrei gehen wir über die Sandbank zum Schiff hinunter und schon bald geht’s wieder weiter flussabwärts. Der Fahrtwind kühlt zusätzlich ab, und so hüllen wir uns gerne in die bereitliegenden Decken ein.

Um ca. 10:30 lichtet sich der Nebel und die wärmende Sonne setzt sich durch. Die vorher etwas geisterhafte Urwaldlandschaft wird langsam wieder farbig. Nach einer Weile halten wir bei einem Hmong-Dorf an, wo viele fröhliche Leute auf uns warten. Es hat einen schönen kleinen Tempel, auf dessen Eingangsfront verschiedene Bilder aus dem Leben von Buddah sowie die 5 Gebote gemalt sind. Der Mönch leert gerade die Donation-Box, aber sehr viel scheint er nicht herauszuholen. Wir decken uns mit verschiedenen Tüchern zum Einheitspreis von 50'000 KIP (= 5 USD) ein und schauen, dass die Verteilung einigermassen gleichmässig verläuft.

Auf dem Rückweg zum Boot sehen wir auch noch eine lebendige Pflanze, deren Blätter sich bei Berührung sofort schliessen sowie Erdnussfelder im Ufersand. Diese werden noch vor der Regenzeit geerntet, d.h. bevor der Mekong wieder ansteigt und alles überflutet.

Bald schon ist das Mittagessen bereit und wir hauen tüchtig Curry-Huhn, Ginger-Beef und Gemüse rein, natürlich begleitet vom obligaten Reis.

Am frühen Nachmittag treffen auf ein zweites Luangsay-Boot, dem lautstark ein gutes Neues Jahr gewünscht wird. Etwas weiter flussabwärts sehen wir auch noch die heiss ersehnten Arbeitselefanten, nachdem Corinne die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte. Sonst schauen wir einfach die vorbeigleitende Landschaft an und fotografieren, was die Kiste hält.

Um etwa 14:30 treffen wir bei den Höhlen von Pak Ou ein, in denen unzählige Buddhas aufbewahrt werden. Die Stimmung im Halbdunkel ist besonders faszinierend. Allerdings müssen wir den Genuss auch redlich verdienen, rund 220 steile Treppenstufen müssen zur Besichtigung der oberen der beiden Höhlen überwunden werden.

Um 15:15 tuckern wir weiter Richtung Luang Prabang. Der Tätschmeister hält seine Abschiedsrede und macht mir im Übrigen vertraulich klar, dass das Trinkgeld für ihn von dem für die Crew zu trennen sei. Natürlich bekommen alle ein unserer Meinung nach anständiges. Um 16:45 legen wir in Luang Prabang an und werden dort von unserem neuen Führer Kai erwartet. Wir sind froh, dass wir offensichtlich keinen 2. Philibips bekommen haben und die Gepäckträger, die unsere Koffer die steilen Stufen vom Fluss bis zur Strasse hinauftragen, freuen sich über das Trinkgeld. Der Transfer zum Hotel dauert nur 10 Minuten. Wir freuen uns an der schönen Anlage (die wir gleich erkunden) und an der Tatsache, dass wir hier ein paar Tage bleiben können.

Das laotische Nachtessen ist sehr gut, allerdings touristengerecht mild. Wir geniessen die schöne Aussicht auf eine beleuchtete Stupa, trinken einen Espresso an der Bar und machen uns dann auf den Weg ins Bett.

 

 
Mittwoch, 3.1.2007

 

Heute haben wir wieder einmal einen christlichen Start: wir werden um 08:30 abgeholt. Es ist wieder neblig. Weit ist es nicht bis zur Stadt, sodass wir schon bald beim Markt angekommen sind. Es gibt so ziemlich alles, was das Herz begehrt: neben Früchten, Gemüsen und chinesischen Kinderschuhen finden wir lebendige Beos und tote Käuzchen, Ameiseneier und wild gümpige Riesenfrösche, Füsse und Schwänze vom Wasserbüffel und auch sämtliche Fischbestandteile, die bei uns zur Gattung Küchenabfälle gehören würden. Der Markt ist farbenfroh und zeichnet sich im Übrigen dadurch aus, dass es weit mehr Einheimische als Touristen hat.

Auch zum Hmong-Markt gehen wir, aber gemäss Kai sind die Stoffe im Dorf, das er am Nachtmittag mit uns besuchen will, wesentlich schöner und erst noch billiger. Es wäre unrecht, anzunehmen, dass er dort die bessere Kommission bekommt. So bleibt die bescheidene Ausbeute ein Beerlao-Leibchen, nachdem wir weder für Opiumpfeifen noch die dazugehörigen Gewichte Verwendung finden.

Danach geht es ein paar hundert Meter weiter zum Wat Xieng Thong unmittelbar beim Mekong-Ufer. Diese alte, sehr gut erhaltene Tempelanlage ist wirklich eine Reise wert, innen und aussen wunderschön. Auch der Wagen des Königs, der noch bis Mitte der 70er-Jahre in Gebrauch war, ist in einem der Gebäude aufbewahrt. Ob damit der König selber oder seine Asche transportiert wurde, ist abhängig von der Quelle (Kai oder Reiseführer). Früher oder später ist das letztlich auch einerlei, weil identisch.

Gegen 12:00 dislozieren wir für die Mittagspause in ein Restaurant am Mekong-Ufer („Corniche“). Dann geht es weiter zu einem Hmong-Dorf in unmittelbarer Nähe der Stadt. Dort bekommen wir die üblichen Demonstrationen (Weben und Papierschöpfen), bevor es zur Sache geht: etwa tausend Tücher werden begutachtet, am liebsten würde die beste aller Ehegattinnen den ganzen Laden aufkaufen. Schliesslich einigen wir uns auf 2 Tücher, wofür auch immer sie gut sein werden. Aber schön sind sie so oder so. Wir berechnen den Preis in KIP (2.6 Mio), bezahlen in THB und bekommen das Wechselgeld in USD. Nach dem Bummel durch’s Dorf, auf dem wir von einem Rudel Hunde eskortiert werden, erstehen wir noch 2 Zeitungsaufhänger, die zum Erhängen der gerade erstandenen Tücher dienen (sofern sie in den Koffern Platz finden werden).

Nach der Rückkehr nach Luang Prabang erklimmen wir noch den Mount Phou Si, auf dem neben dem Tempel auch noch eine zurückgelassene Zwillings-Flabkanonen der Amerikaner zu sehen ist. Viel Respekt vor religiösen Stätten scheinen sie schon früher nicht gehabt zu haben. Sehenswert ist hier oben vor allem die Aussicht in mindestens drei Richtungen, unter anderem auch auf die beiden Berge der Liebenden.

Für heute haben wir genug geschwitzt und so fahren wir zurück zum Hotel, wo wir am Pool etwas relaxen. Zum Abendessen besuchen wir ein Restaurant ausserhalb des Hotels und essen in Karaoke-Atmosphäre für Touristengaumen abgemildertes Curry und Konsorten.

 

 
Donnerstag, 4.1.2007

 

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Nach einer späten Tagwache fahren wir um 09:30 Richtung Süden ab. Nach etwa 30 Minuten Rütteln auf der Schotterpiste machen wir einen Stop bei einem Hmong-Dorf. Die Leute lebten ursprünglich höher oben auf den Bergen. Später wurden sie durch die Regierung motiviert (mit welchen Mitteln auch immer), näher an die Agglomeration zu ziehen. Offensichtlich stellten die Hmong-Bergvölker bis vor kurzem ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko in den abgelegeneren Gebieten dar.

Die (fakultative) Tanzvorführung lassen wir bleiben und bummeln durch das Dorf. Natürlich wollen alle, dass wir bei ihnen einkaufen. Wir verteilen darum die (bescheidenen) Einkäufe entlang des ganzen Dorfes, damit der Friede gewährleistet bleibt. Ansonsten freuen wir uns vor allem an den vielen fröhlichen Leuten, insbesondere den Kindern, und an der Tatsache, dass wir (vorderhand) die einzigen Touristen sind.

Dann rütteln wir weiter und bald wird die Strasse besser, weil geteert. Wir kommen nach Ban Thabene, das eigentlich nur eine Ansammlung von Verkaufsständen mit angeschlossenem Parkplatz ist.

Zu Fuss geht’s durch den Wald vorbei an einem Gehege mit asiatischen Bären und einem einsamen Tiger, der jeden Tag 4 kg Touristenfleisch bekommt (was bedeutet, dass ein durchschnittlicher Tourist für ca. 15 – 20 Tage reicht). Der Wasserfall ist sehr schön gelegen, mitten im Wald stürzt er rund 100 m über die Felsen. Jetzt zur Trockenzeit hat er verhältnismässig wenig Wasser, das wird sich spätestens ab April aber deutlich ändern. 3 natürliche Becken auf verschiedenen Ebenen laden zum Baden.

Das Essen ist ein déjeuner sur l’herbe, mit allem, was dazugehört. Nur den Reis hat der Fahrer vergessen, weswegen er diesen noch kurzfristig organisieren muss.

Nach einem kurzen Schwimm-Intermezzo (no crocs!) fahren resp. rütteln wir zurück nach Luang Prabang und geniessen ab 15:00 noch ein wenig die Ruhe am Pool.

Nach dem Apéro im Zimmer tuckern wir per Bus in die Stadt für’s Nachtessen. Freudig erklärt uns Kai, unser Flug vom nächsten Tag sei schon ausgebucht, sodass wir noch einen ganzen Tag bei ihm bleiben dürften. Wir finden das nicht so toll, weil wir damit praktisch keine Zeit mehr für Vientiane hätten. Trotz Nachhaken lässt sich nichts machen und so organisieren wir Plan B: Flug von Vientiane nach Bangkok erst am späten Abend.

Während Kai den Flügen nachrennt, geniessen wir im Three Elephant Café auf der Veranda im 1. Stock ein gutes laotisches Nachtessen. Wir entlassen Kai in den Feierabend und machen noch einen ausführlichen Bummel über den Nachtmarkt. Trotz vieler Touristen ist die Stimmung friedlich und fast ein wenig romantisch. Dann packen wir uns den erstbesten Taxifahrer und fahren mit seinem „Big Taxi“ im Tuk Tuk-Stil zum Hotel zurück.

 

 
Freitag, 5.1.2007

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAWir stellen den Wecker um 05:30 und schleppen uns nebelfrei um die Ecke zur „Longi“-Strasse zum Mönche-Schauen. Aber offenbar ist nix mit „Hallo-Hallo’s“, die „Longi“-Strasse ist ziemlich menschenleer. Nach seinem Alarmstart bei unserem ersten Durchmarsch ist der Guard am Hoteleingang schon richtig wach und salutiert frisch und munter. Im Hotel organisieren wir einen Transport zur Stadt, leider kein Tuk Tuk. Aber so kommen wir zur Zeit ins Zentrum.

Wir trampeln noch ein wenig auf und ab, bestürmt von vielen Verkäuferinnen, die uns mit Reispaketen für die Mönche eindecken wollen. Wir aber wollen schauen, nicht Reis verteilen (mangels buddhistischer Erfahrung). Ziemlich pünktlich um 06:30 beginnt eine gemächliche Prozession von Mönchen an den am Boden knienden Menschen vorbei. Zuvorderst der älteste, zuhinterst der jüngste gehen sie voran und halten ihre Schalen hin. Kein Wort wird gesprochen, denn es sind die Gläubigen, die dankbar sein müssen, dass die Mönche ihre Spende akzeptieren. So haben sie die Chance, im nächsten Leben in eine bessere Position zu kommen. Nach rund einer Viertelstunde ist die eindrückliche Zeremonie vorbei, schätzungsweise 200 Mönche sind in der Zwischenzeit in Einerkolonne an uns vorbei gekommen.

Wir fahren wieder zurück zum Hotel, legen uns nochmals ein Minuten aufs Ohr und nach dem üblichen Frühstück fahren wir kurz nach 09:00 vom Hotel weg. Natürlich wären wir gerne noch länger geblieben, aber die Schweiz braucht uns ja schliesslich auch.

Zuerst besichtigen wir den ehemaligen Königspalast, das heutige Nationalmuseum. Der letzte König hatte noch bis 1976 hier gewohnt, bevor er abdanken musste. Kurz danach wurde er dann in ein Umerziehungslager irgendwo im Norden gesteckt, wo er 1980 gestorben wurde. Gleich nebenan besichtigen wir den Wat Mai, einen uralten schönen Tempel.

Auf einem kleinen Boot machen wir einen Abstecher auf die andere Mekong-Seite, steigen das Ufer und tausend Treppenstufen hoch, wo wir einen alten Sommer-Tempel eines früheren Königs besichtigen. Er ist im Moment nicht bemöncht und brauchte ein wenig Aufmöbelung, auch die beiden Höhlen sind geschlossen. Aber eigentlich ist es sowieso viel zu heiss und so geniessen wir die Aussicht auf Luang Prabang und stolpern wieder zurück zum Boot. Dass der Mekong wirklich wenig Wasser führt, merken wir spätestens, als die Schraube kurz den Flussboden berührt. Aber wir haben alles im Griff und so sitzen wir schon bald in einem Restaurant beim Mittagessen. Die Suppe ist etwas anders als sonst, etwas mehr seetangig. Schmeckt aber alles wie immer sehr gut.

Um etwa 13:00 fahren wir zum Vat Visoune, der eine schöne Sammlung von alten, stehenden Buddhas hat. Zum Abschluss statten wir noch dem Chedi Santi einen Besuch ab. Diese von den Thailändern gespendete Stupa ist neu und besticht weniger durch den Inhalt als durch die Aussicht. Allerdings ist das Licht kurz nach Mittag nicht gerade ideal für gescheite Fotos.

Dann geht’s zum Flugplatz, wo wir auf Neuseeländer treffen, die bereits mit uns auf dem Mekong-Boot waren. Diese haben gerade einen GAU produziert, indem sie alle Fotos von ihrer Kamera gelöscht haben. Es fällt ihnen ein rechter Stein vom Herzen, als wir ihnen zusichern, Kopien von unseren Fotos zu schicken. Per Laptop geben wir ihnen noch eine kleine Kostprobe und es scheint, als ob der Tag gerettet sei.

Nach 35 Minuten Flug sind wir bereits in Vientiane, wo uns um 18:00 unser neuer Führer Khampai abholt und uns zum Hotel bringt, einem schönen, alten Bau mit hohen Decken im Kolonialstil. Bereits um 19:00 fahren wir wieder zum Nachtessen ab. Inmitten von Japanern und Chinesen geniessen wir laotische Musik und Tänze.

 

 
Samstag, 6.1.2007

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAEin letztes Mal packen wir unsere Koffer, nicht dass wir gerne heimgehen, aber das Kofferpacken haben wir doch langsam gesehen. Um 09:00 werden wir von Khampai abgeholt, nachdem besagte Koffer im Hoteldepot verschwunden sind.

Erste Station unserer Tour in Vientiane ist der Vat Si Saket, das einzige Tempelbauwerk, das alle kriegerischen Ereignisse einigermassen unbeschadet überstanden hat. Mehr als 10'000 kleine, in Nischen aufbewahrte Buddhas und zusätzlich mehr als 100 grössere Buddhas haben offensichtlich den Tempel über die Jahrhunderte beschützt. Für die rituellen Waschungen gibt es zwei lange Konstruktionen in Form von Naga-Schlangen. Die Eingangsöffnung für das Weihwasser ist als Kranich gestaltet, was offenbar frühere deutsche Touristen veranlasst hat, unserem Führer weiszumachen, dieser Vogel heisse Lufthansa!

Praktisch über der Strasse befindet sich der Ho Pha Keo, der offiziell kein Wat (Tempel) sondern ein Ho (Haus) ist, weil kein Kloster angegliedert ist. Die Anlage wurde für den Smaragdbuddha gebaut, der dann allerdings später von den Siamesen geklaut wurde. So hat es halt heute in diesem Gebäude nur eine goldfarbene Kopie des in Bangkok befindlichen Smaragdbuddhas.

Am späteren Vormittag fahren wir zum Morgenmarkt, der sinnigerweise den ganzen Tag geöffnet ist. Dafür öffnet der Nachtmarkt bereits morgens um 05:00 und hat bis spät abends offen (v.a. für Lebensmittel). Aber zurück zum Morgenmarkt: ein zweistöckiges Gebäude, in dem in verschiedenen Abteilungen alles Erdenkliche für den täglichen Gebrauch angeboten wird. Kleider, Kühlschränke und Elektropianos finden sich ebenso wie Taschen (natürlich auch gefälschte), CD’s, religiöse Gegenstände (aber keine Girlanden für unseren Buddha) und logischerweise auch alle Arten von Souvenirs für Touris wie uns.

Es ist mittlerweile Futterzeit und wir dislozieren deshalb in ein Restaurant am Mekong-Ufer. Vom Fluss ist wegen der Trockenzeit allerdings nicht viel übrig geblieben und so könnte man fast meinen, trockenen Fusses nach Thailand gehen zu können, denn der Fluss ist hier wieder die Grenze zwischen den beiden Ländern. Beim Bestellen des Essens sind wir schon virtuos, weshalb der Haberstop (mit Ausnahme des ausgeleerten Tees) ein voller Erfolg ist.

Um 14:00 geht es weiter zum That Luang, dem Nationalheiligtum der Laoten. Das Gebäude datiert offenbar auf das 3. Jahrhundert vor Christus zurück, wurde aber über alle Jahrhunderte soviel mal zerstört und wieder aufgebaut, dass heute ein eher modernes, etwas gewöhnungsbedürftiges Monument vor einem steht.

Die letzte Station ist der Patu Xay, ein Tor, das dem Triumpfbogen in Paris nachgebaut ist und im Wesentlichen mit Beton hergestellt wurde, der eigentlich einmal für den Bau eines amerikanischen Militärflugplatzes gedacht war.

Gebaut wurde der Klotz 1962, 1995 in „Denkmal für die Revolutionshelden“ umgetauft und wird wohl nie richtig fertig gestellt werden. Die Aussicht von der obersten Plattform über die ganze Stadt ist allerdings die Besteigung wert. In der Zwischenzeit ist es 16:00 geworden, Zeit zum Ausruhen am Hotel-Pool. Später gibt’s noch einen Drink an der Bar und um 19:00 werden wir zur Fahrt zum Flugplatz abgeholt.

Der Rest ist schnell erzählt: alles pünktlich, alles problemlos auf dem Flug nach Zürich, wo uns der kühle, graue und schneearme Alltag wieder erwartet.