Reisen

Ecuador Tag 6: Quito

Am frühen Morgen ist die Plaza San Francisco noch ruhig und gemütlich. Über den Dächern von Quito geht die Sonne auf und die Wolken sind noch relativ spärlich. Um 0900 Uhr fahren wir auf den Panecillo, den Aussichtsberg der Stadt mit der markanten Statue der geflügelten Maria. Wir sehen von den theoretisch ca. 12 sichtbaren Vulkanen immerhin deren 5. Von hier oben werden die Dimensionen der schmalen und fast 50 km langen Stadt erst richtig klar. Am Fuss des Panecillo beginnen wir dann unseren Rundgang zu Fuss durch die Altstadt und lernen dabei viel über Geschichte und Kultur von Quito.

WTV-2013-EC-6154An der Calle Junin sind wir zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort: eine Frau lädt uns ein, ihr 300 Jahre altes Haus zu besichtigen, das seit dem Bau noch fast unverändert besteht. Der Aufstieg auf die Dachterrasse ist spannend, so ganz sicher ist sie selber nicht, ob die wacklige Holztreppe unseren Ansturm überstehen wird. Sie beschreibt beim Blick über die Dächer der Stadt, dass das Hauptproblem der Hausbesitzer innerhalb des Bereichs des Unesco-Weltkulturerbes in den Auflagen betr. der Sanierung der Häuser seien, die viele Eigentümer zur Aufgabe ihrer Häuser zwinge. Einen richtigen überzeugten Eindruck macht sie nicht, dass sie ihr Haus selber noch lange behalten kann.

In den Strassen fällt die hohe Polizeipräsenz auf, da am morgigen Unabhängigkeitstag der wieder gewählte Präsident in seine 3. Amtszeit eingeführt wird. Aus diesem Grund üben diverse Blaskapellen hier und dort ihre Märsche (muss auf dieser Höhe eine ziemliche Herausforderung sein!). Ebenso am Trainieren ist die Luftwaffe für ihre nicht allzu spektakulär anmutenden Formationsüberflüge mit 2 Staffeln älterer Aufklärungsflugzeuge.

Wir bummeln zur Plaza Grande, wo der Präsidentenpalast, der Sitz des Erzbischofs, die Stadtregierung und die Kathedrale stehen. Er gilt als einer der schönsten unter den Plazas de la Independencia in ganz Südamerika. Das Leben pulsiert, aber für viele ist dies auch ein Ort, wo sie sich auf einem der vielen Bänken etwas Ruhe gönnen oder einen kleinen Schwatz mit Bekannten abhalten. Und nicht zuletzt ist hier ein Zentrum der unzähligen Schuhputzer: die älteren, etablierten haben unter den Arkaden ihre Stühle installiert und die jungen streifen über den Platz, unablässig auf der Suche nach Kundschaft.

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Unter den vielen Kirchen fasziniert uns vor allem La Compania de Jesus, von 1605 bis 1765 von den Jesuiten gebaut, nach deren Vertreibung verfallen und vor wenigen Jahren grandios restauriert. Fotografieren ist hier ausnahmsweise verboten, sodass wir die Bilder nur im inneren Speicher mitnehmen. Vor der Rückkehr zum Hotel geniessen wir noch einen frisch gepressten Fruchtsaft bei einem kleinen „Saftladen“. Dieser war ursprünglich ein Schuhladen, der den Kunden beim Anprobieren frische Fruchtsäfte anbot, bis er dafür so berühmt wurde, dass die Schuhaktivitäten woanders hin verschoben wurden, um an diesem Standort nur noch Getränke anzubieten.

5 thoughts on “Ecuador Tag 6: Quito

  1. man reist mit euch, das macht Spass beim lesen. Und die Fotos sind natürlich – wie immer sensationell (u.a. der blaue Vogel vom 3. Tag).
    Weiterhin eine erlebnisreiche Reise und noch viele spannende Berichte, auf die wir uns freuen. Gitta und Detlef

  2. Erneut grossartige Fotos dank scharfem Auge und gut gwählten Ausschnitten, gratuliere ganz herzlich! Mit manchen Bildern rücken schöne Erinnerung in die Gegenwart zurück. Wünsche Yvonne und dir weiterhin viele schöne Erlebnisse und grossartige Eindrücke und melde mich für 8 Tage zu Wind und Wellen unter Segeln ab. LG, Roli

    1. Vielen Dank für den Feedback aus professioneller Feder. Ich habe hier im Wesentlichen 2 Herausforderungen: Wetter und Lichtverhältnisse sind sehr anspruchsvoll, aber das kennst du ja aus eigener Erfahrung bestens. Zudem ist eine vernünftige Bearbeitung auf dem Bildschirm meines Laptops echt schwierig. Ich hoffe,die Qualität stimmt einigermassen.
      Am 16.6. werden wir uns auf dem Bürgenstock sehen. Wir planen, mit 2 Ballonen am Sonntag früh anzureisen.

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