Reisen

Ecuador Tag 13: Saquisili und Cotopaxi National Park

Für alle Leser, die meine Marktfotos langsam satt haben, gilt es nochmals: durchbeissen, es kommt noch eine letzte Serie. Für mich sind diese Märkte halt einfach absolute Highlights.

Yvonne liegt heute Morgen flach, irgend ein kleiner Käfer hat sich ihres Magens bemächtigt. So fahre ich mit Roberto alleine zum Wochenmarkt nach Saquisili. Damit wir die Hauptaktivitäten auf dem Tiermarkt nicht verpassen, haben wir sogar das Frühstück weggelassen. Es ist schon eine ziemliche Herausforderung, bei dem hohen Verkehrsaufkommen rund um den Tiermarktplatz überhaupt noch einen freien Fleck zum Parkieren zu finden. Wir schaffen das aber auch heute und streifen dann über den Platz, auf dem in wohl geordneten Sektoren Kühe, Schweine, Schafe und Lamas verkauft werden. Am Rand gibt es natürlich auch andere Einkaufsmöglichkeiten und wie immer viele Essstände. Die Hauptdarsteller sind hier aber klar die Tiere. Lustig ist vor allem der Abtransport der Tiere durch die Käufer: wie bringe ich ein bockiges Lama weg, wie lade ich alleine ein riesiges Schwein auf einen Pickup oder wie komme ich mit meinen neu erstandenen 3 Schafen nach Hause, wenn das eine um jeden Preis in die andere Richtung will. Es blökt und muht und quiekt und auch sonst herrscht ein imposanter Lärmpegel. Das verpasste Frühstück ersetzen wir durch leckere Maistortillas (6 für 1 Dollar) von einem der Essstände.

Natürlich kann ich es nicht lassen, auch noch den Markt im Dorfzentrum zu besuchen. Hier sind die Angebote ebenfalls in klaren Sektoren organisiert. Der Markt scheint fast endlos zu sein und am einen Ende beginnt nach einem kleinen Bereich mit Strassenhändlern bereits ein nächster Markt. Am meisten faszinieren mich einmal mehr die Dutzenden von verschiedenen Kartoffeln, so viele unterschiedliche habe ich sonst noch nirgendwo auf der Welt gesehen.

Bei einsetzendem leichtem Regen verlassen wir Saquisili und fahren zum Cotopaxi-Nationalpark. Am Eingang erwartet uns die obligatorische Nationalparkführerin. Warum es die braucht, ist schleierhaft, es kommt der klare Eindruck auf, dass es sich dabei um eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme handelt. Insgesamt hinterlässt sie einen zwiespältigen Eindruck, was ihre Motivation betrifft. Auf einer fast schon abartig breiten und guten Strasse klettern wir gemütlich in die Höhe und machen ein halbe Runde um einen schönen See mitten in der Hochebene. Der Blick auf den Cotopaxi verbessert sich nach und nach, ganz perfekt wird er aber auch heute nicht.

Die letzte Etappe führt uns noch auf den Parkplatz auf mehr als 4600 Meter, gerade unterhalb der José Ribas-Schutzhütte. Auf der Rückfahrt knackt Roberto das Auto von einem älteren Paas, das seine Schlüssel im Wageninneren eingeschlossen hat und hier oben völlig verloren gewesen wäre.

Der Tag klingt mit einem Nachtessen zu zweit aus. Später gesellt sich noch Mignon Plaza, die Eigentümerin der Hacienda dazu. Wir plaudern mit ihr über Gott und die Welt, insbesondere über die Faszination, die Erde von oben zu betrachten. Im Laufe des Abends kreiert sie dann die Idee, es doch einmal mit Ballonfahren in dieser Gegend zu versuchen. Ganz so einfach dürfte die Ausführung dann wohl nicht sein, aber wir werden ja sehen.

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