Sonntag 21. / Montag 22.9.2025: Lebala

Grosse Überraschung: mitten im Niemandsland, rund 60km von der nächsten Siedlung entfernt, funktioniert entgegen unseren Reiseinformationen das Internet. Und somit gibt’s auch den nächsten Blog-Beitrag.

Der Transfer von Kasana nach Lebala ist unterhaltsam. Eine etwas angegraute Dame ist ebenfalls auf unserem Flug. Sie ist komplett durch den Wind, sagt etwa alle 15′, dass sie nicht wisse, wohin sie fliege und beklagt sich, dass sie keinen Gepäckschein erhalten habe. Und als sich der (kaum mehr als 20 Jahre alte) Pilot vorstellt, meint sie entrüstet: «this cannot be the pilot, I don’t want to fly». Sie fliegt dann doch, hat vorher aber sichtlich mit dem Leben abgeschlossen. Bei der ersten kleineren Turbulenz stösst sie einen tiefen Seufzer aus. So vergeht die Zeit mit Gratis-Cabaret und schöner Sicht auf die Landschaft buchstäblich im Flug. Mindestens für uns.

Am Sonntagnachmittag unternehmen wir den ersten Game Drive, der bereits spektakuläre Erlebnisse bietet. Wir werden Zeugen, wie 3 männliche Löwen genüsslich, aber auch mit ziemlich viel Arbeit, einen von ihren Löwinnen erlegten Büffel verspeisen. Die Löwinnen haben sie gentlemen-like vorher verjagt. Im nahen Wasser überlegen sich zwei Krokodile, ob hier für sie auch etwas zu holen sei, während auf dem grossen Baum drei Geier geduldig auf ihre Chance lauern. Auf die Löwinnen mit ihren rund 9 Monate alten Jungen treffen wir dann ein paar hundert Meter weiter. Sie liegen noch etwas träge im Schatten des hohen Grases und machen sich dann langsam für die nächste Jagd bereit. Zwischendurch taucht auch eine Hyäne auf, die aber angesichts der Löwen schnell wieder Fersengeld gibt.

Das Highlight des heutigen Morgens sind die Schakale, die ihre gerade erst geborenen Jungen von einem Versteck ins andere bringen. Dabei gehen sie äusserst clever vor: das Weibchen trägt die Kleinen einzeln in ihrer Schnauze an den neuen Ort, wo das Männchen auf den Nachwuchs aufpasst. Dabei nimmt sie jedesmal einen neuen Weg, um den möglichen Feinden das neue Versteck nicht zu verraten. Auch unsere Löwenfamilie treffen wir wieder. Ihre Jagd in der Nacht war erfolgreich, ihr Opfer, eine Lewche-Antilope, haben sie schon fast bis auf die Knochen aufgefressen. Viel bleibt für Hyänen, Schakale und Geier nicht übrig. Am Nachmittag versuchen wir vergeblich, Afrikanische Wildhunde aufzuspüren. Ein Gin Tonic beim Sundowner entschädigt uns für die Anstrengungen. Nachts kriecht dann wieder allerhand Getier um unser Zelt. Unter dem Holzpodest grunzen die Warzenschweine, vor der Hütte grasen die Antilopen und im nahen Wasserlauf brüllen und schnauben die Flusspferde. Auch die Wildhunde sind plötzlich da: ziemlich nahe am Camp bellen sie die halbe Nacht.

2 thoughts on “Sonntag 21. / Montag 22.9.2025: Lebala

  1. Lieber Walter und Yvonne
    Danke das ich mitreisen darf! Die sensationellen Fotos sauge ich richtig auf. Ich werde fast wehmütig, soviel erinnert mich an unsere Erlebnisse, damals als wir in Richards Bay wohnten und im Umfolozi-Hluhluwe Park unsere Sonntagsausflüge machten. Liebe Grüsse von Jrma und Ueli

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