Montag, 23.5.2022: Camanti – Puerto Maldonado

Nach einem zweckmässigen Frühstück (Zitat Michael) sind wir 4 Minuten vor dem Plan auf der Piste. In Camanti wollen wir den am Vortag bestellten Kakao abholen. Die Frau ist zwar schon an frühen Morgen in ihrem Geschäft (dem Anschein nach schläft sie einfach hier), für das Abpacken des Kakaos hat sie aber keine Lust gehabt. Somos en Peru! So machen wir uns eben unverrichteter Dinge auf den Weg. Nach ca. 2 Stunden kommen wir nach Mazuko, wo wir am Donnerstag zwischen Regenwald und Titicacasee für eine Nacht bleiben werden. Es regnet zwar gerade, aber in der Zwischenzeit ist es so warm, dass uns dies überhaupt nicht stört. Während Michael die Reservation in unserem Hotel überprüft, schlendern wir durch den kleinen Markt. Dort ist eine mobile Impfequipe unterwegs, die von Stand zu Stand pilgert und die Leute zum Impfen motiviert.

Auf der Weiterfahrt wird das Gelände langsam flacher und weiter. Wir passieren grosse Gebiete, die durch illegale Goldgräber komplett zerstört wurden. Die grossen Tümpel inmitten von enormen Sandaufhäufungen und die unzähligen, völlig abgestorbenen Bäume geben ein trostloses Bild ab. Das zur einfachen und schnellen Ausscheidung der Goldfunde verwendete Quecksilber wird offenbar sehr grosszügig verwendet, äusserst gesund für Natur und Mensch! Pervers an der ganzen Geschichte ist, dass jeder weiss, wo diese Goldgrabungen stattfinden und doch keiner etwas dagegen tut. Politik und Polizei sind total korrupt und alle in der Lieferkette nachfolgenden Unternehmungen sind nur am wirtschaftlichen Erfolg interessiert. Sie haben offensichtlich ein ausgeklügeltes System entwickelt, wie man die für den internationalen Goldhandel notwendigen Zertifikate legalisiert. Und ganz zuletzt schieben auch besonnene Peruaner die alleinige Schuld an dieser Miesere den grossen internationalen Goldverarbeitern zu.

Bei diversen langen Strassenbaustellen kurz vor Puerto Maldonado lassen wir insgesamt fast eine Stunde liegen, erreichen aber pünktlich um 13:00 den Treffpunkt für den Transport zu unserer Lodge. Das Personal ist “extremely sorry”, dass wir noch es bitzeli warten müssen, aber «schon» eineinhalb Stunden später kommt unser Boot. Zum Empfang im Urwaldhotel blinzelt uns ein Baby-Kaiman von der Sandbank zu, in der Lodge gibt es danach ein spätes Mittagessen (ohne Kaiman-Fleisch). Wenn es nicht so umfangreich wäre, würde es als Zvieri durchgehen. Wir geniessen danach ein wenig das Dolce Far Niente, bevor wir Stu einer früh-nächtlichen Bootstour aufbrechen. Dem Ufer des Rio Madre de Dios entlang fahren wir flussaufwärts, am Bug sucht einer der Führer mit einer starken Lampe nach Tieren. Wir stören einige Kaimane auf der Lauer und eine Capivara-Familie bei der Nahrungsuche, gross zu kümmern scheint das die Tiere aber nicht.

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