Reisen

Mittwoch, 9.11.16: Hiroshima – Kyoto

Nach 10 Tagen Ballonfahren in Saga sind wir uns das frühe Aufstehen gewohnt. Die Strassen sind noch nicht wirklich bevölkert, als wir uns auf die Socken machen, um den Friedenspark in Hiroshima zu besuchen. Dieser ist als Mahnmal für den Frieden und gegen die Atomwaffen erstellt worden. Am eindrücklichsten ist ein ehemaliges Amtsgebäude, das – nur 160m vom Sprengpunkt entfernt – als einziges in seiner Struktur erhalten geblieben ist. Alle anderen Gebäude in einem Umkreis einer Meile wurden dem Erdboden gleich gemacht. Sonst gibt es, wenn man ehrlich ist, nicht viel zu sehen und so sind wir nach einem Kaffee-Zwischenhalt bei Starbucks schon bald unterwegs Richtung Kyoto.

Nach etwa einer halben Stunde machen wir einen ersten Halt in Saijo, wo sich das Zentrum der Sake-Produktion im westlichen Teil Japans befindet. Fürsorglich werden wir durch den Parkplatzwächter eingewiesen und wir sind sicher, dass er unser Auto wie seinen Augapfel behüten wird. Die Suche nach einer Sake-Produktionsstätte gestaltet sich dann etwas schwieriger, schliesslich werden wir aber im Tourist Info Zentrum im Bahnhof freundlich mit den relevanten Informationen versorgt. Es liegen insgesamt etwa 8 Produktionsanlagen in nächster Nähe. Wir besuchen die von der bestens Englisch-sprechenden Lady empfohlene Firma. Die Produktion kann man zwar nicht besichtigen, wir sehen dafür einen Film über den recht komplexen Ablauf, bis der Sake schliesslich in der Flasche ist. Man könnte sich bei der anschliessenden Degustation locker betrinken, aber schliesslich müssen wir noch fahren. Und so richtig begeistern kann uns eigentlich keine der etwa 10 Varianten.

Danach geht es weiter auf unserem Weg nach Osten. Eine weitere Stunde später machen wir einen Halt in Kurashiki, einem malerischen Ort, der idyllisch an einem von vielen Weiden gesäumten Bach liegt. Es ist zwar etwas touristisch hier, aber wir geniessen die Eindrücke trotzdem. Ursprünglich wurde dieser Ort reich durch Handel mit Reis und Stoffen. Wir besuchen ein etwa 200 Jahre altes Haus, das einem der reichsten Einwohner des Ortes gehört hat und machen danach eine Kaffee-Pause in einem kleinen Lokal nebenan. Wir werden von einer Horde Schülerinnen attackiert, die im Rahmen ihres Englisch-Unterrichts Leute befragen müssen. Wir geben Ihnen gerne Auskunft, denn Sprechen scheint uns wichtiger, als Grammatik büffeln. Mit der Zeit wird es dann aber doch etwas viel und wir ergreifen erfolgreich die Flucht.

Schliesslich ist es Zeit für die noch etwa zweieinhalb-stündige Fahrt nach Kyoto, auf der uns der Stau im Gebiet von Kobe/Osaka weniger schockt als die Nachricht der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten. Wie das wohl rauskommt?

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