Ein kurzer, sintflutartiger Regen weckt uns heute. Der Spuk ist aber bereits nach einer halben Stunde vorbei. Als wir uns um 8 Uhr auf die Socken machen, lacht der Himmel bereits wieder. Vom nahen Bootspier aus brechen wir auf dem Rio Preguiças nach Nordwesten auf und floaten gemütlich durch die grüne Pracht des Mangrovenwalds. Bei Vassouras machen wir einen halbstündigen Halt, erklimmen eine weitere Sanddüne und machen eine kurze Runde um eine der vielen Lagunen in der Sandlandschaft. Wenig später erklimmen wir in Mandacaru über schweisstreibende 160 Stufen einen mehr als hundert Jahre alten Leuchtturm. Von dessen Spitze aus eröffnet sich ein wunderbarer Rundblick über die üppige Buschlandschaft und das nahe Delta unseres Rios. Im nahen Caburé ist unsere Bootsfahrt zu Ende, hier werden wir von unserem neuen Fahrer erwartet. Auf dem Sandstrand fahren wir kilometerweit mit seinem 4x4 einer endlosen Reihe von Windrädern entlang.
Nach einer Weile kommen wir wieder auf eine asphaltierte Strasse, auf der es dann nach der obligaten Druckerhöhung der Fahrzeugreifen zügig Richtung unseres nächsten Ziels geht. Bei einem idyllischen Restaurant an einem kleinen Fluss machen wir eine kurze Mittagspause. Das Besteigen der Sanddünen und des Leuchtturms haben hungrig gemacht. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir in Parnaíba unser heutiges Tagesziel. Viel Zeit wird uns in unserem neuen Hotel nicht gegönnt. Etwa eine halbe Stunde nordwestlich wartet nämlich in Porto dos Tatus das nächste Boot auf uns. Zügig fahren wir durch ein verwirrendes Netz aus Flüssen und kleinen, natürlichen Kanälen zum Delta des Rio Santa Rosa, dem drittgrössten Meeresdelta der Welt. Wieder besteht das Flussufer fast ausschliesslich aus Mangrovenbäumen. Nach einem kleinen Abstecher zu einer weiteren Sanddüne wartet der Höhepunkt des heutigen Tags auf uns. Auf einer Insel im Flussufer beobachten wir hunderte, wenn nicht tausende rote Ibisse, die sich in den Bäumen und Sträuchern ihren Platz für die Nacht suchen. Da wird geschnattert und gestritten und siebenmal die Position gewechselt. Wenn dann ein guter Ast gefunden ist, macht man doch nochmals eine Runde in der Luft. Das Resultat: Flügel gelüftet, dafür ist der hart erkämpfte Schlafplatz jetzt besetzt. Unser Schlafplatz ist auch nach einem vorzüglichen Nachtessen immer noch frei. Müde sinken wir nach diesem ausgefüllten Tag in die Federn.















