Mittwoch, 11.5.2022: Nazca und Acarí

Schon wieder verlassen wir das Hotel zu (einigermassen) nachtschlafener Zeit, damit wir mit schweizerischer Pünktlichkeit auf dem Flugplatz von Nazca sind. Ziemlich unverfroren wird uns dort erklärt, dass unser Flug erst später starten könne, weil im entfernteren Teil der Route noch mit Nebelbänken zu rechnen sei. In Anbetracht der generellen Meteolage ist das zwar eine ziemlich einfältige Erklärung, aber fliegen tun sie trotzdem noch nicht. Nach ca. 2 Stunden Herumhängen sind wir dann in der Luft und kurven über die vielen Scharrbilder in der steinigen Wüste von Nazca. Verschiedenste Tiere und andere Figuren sind in einer verblüffenden Genauigkeit dargestellt. Daneben verläuft auch eine grössere Anzahl von schnurgeraden Linien, deren Bedeutung bis heute nicht wirklich geklärt ist. Relativ simple Ideen (von unzähligen Leuten immer wieder benutzte Wege zu Kultstätten) konkurrieren mit ziemlich abenteuerlichen Interpretationen (Kontakt zu Ausserirdischen). Warum man diese Fragen bis heute mit all den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht geklärt hat, bleibt etwas schleierhaft. Vielleicht ist aber auch gar niemand so richtig an der Aufklärung interessiert, schliesslich läuft das Geschäft mit diesem Mysterium ganz gut. Wir geniessen einfach den Flug, der uns auch die ganze Geografie mit den grünen Oasen entlang der Flugtäler besser begreifen lässt.
Auf der Panamericana fahren wir danach rund 1.5 Stunden Richtung Süden, wo wir bei einer Art Raststätte ein hervorragendes Mittagessen bestehend aus Fisch und Flusskrebsen bekommen. Weit und breit sind wir die einzigen, die nicht mit dem LKW hier sind, entsprechend gross sind auch die Essensrationen. Bestens gestärkt machen wir uns dann auf zu einem kleinen Marsch Richtung Delta, wo der Acarì-Fluss in den Pazifik mündet. Hier ernähren sich eine grosse Anzahl verschiedener Vögel mit dem reichlichen Futterangebot aus Süß- und Salzwasser. Unser Hinkebein macht die ganze Tour durch Gestrüpp, Sand und über kleine Wasserläufe tapfer mit. Nur einmal wird es etwas anspruchsvoll, als sich eine Schlange unbekannter Gattung erfrecht, der Gemahlin Pfad nicht zu verlassen. Gattin und Schlangentier überleben grundsätzlich unbeschadet, möglicherweise aber unterschiedlich geschockt.

Unser Auto finden wir nach einer kleinen Gruppendiskussion über vorzugsweise zu verfolgende Marschrichtungen schliesslich auch wieder, sodass wir beim Eindunkeln zurück nach Nazca fahren können.

One thought on “Mittwoch, 11.5.2022: Nazca und Acarí

  1. Lieber Walter, liebe Yvonne
    Ich freue mich für Euch, dass Ihr erneut eine grosse Reise unternehmen könnt und für mich, um wieder regelmässig ansprechende Reiseberichte und tolle Bilder im Mail-Eingang vorzufinden. Danke für die kurzweilige Berichterstattung. Weiterhin alles Gute!
    Herzliche Grüsse, Michi

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