Duschen ist heute Morgen eine Herausforderung. Erstaunlicherweise hat es mehr als genug heisses Wasser, dafür setzt die Zufuhr von Kaltwasser im Rhythmus von 15 Sekunden regelmässig aus. Wenn man nicht aufpasst, kommt man buchstäblich abgebrüht aus der Dusche. Eine weitere Herausforderung ist heute das Licht: der Himmel ist bewölkt, die Kontraste sind damit mager und alles fühlt sich an wie Gegenlicht in alle Richtungen. Dem Naturerlebnis tut das aber keinen Abbruch, ausser dass man zuvorderst auf dem Boot wegen des leichten Wellengangs immer mal wieder etwas nassgespritzt wird.
Heute früh sind ein Capybara, eine Otterfamilie, Brüll- und Kapuzineraffen und zum Abschluss nochmals ein Jaguar auf dem Programm. Das Capybara überzeugt durch eine Engelsgeduld, selbst wenn die Touris nur noch einige Meter von ihm entfernt sind. Und die Otter streiten sich laut um jeden Fisch, selbst wenn die Regeln klar sind: gejagt wird gemeinsam, aber jeder frisst den Fisch, den er selbst gefangen hat.
Während des Mittagessens fahren wir Richtung Süden und unternehmen dann bei ein paar Tropfen Regen einen weiteren Ausflug auf einem Seitenarm des Rio Cuiabá. Nur wenige Stunden südlich von Porto Jofre sind wir bereits mutterseelenallein. Wir geniessen die Ruhe und auch der Regen verzieht sich wieder, bevor er richtig eingesetzt hat. Unzählige Vögel flattern um uns herum und im Wasser lauern die Kaimane auf Beute. Schätzungen zufolge sollen 16 Millionen dieser Echsen im Pantanal leben. Für sie beginnt bei der einbrechenden Dunkelheit die Jagdphase, für uns ist es Zeit für den Apéro im Hotelschiff.

































