Freitag, 27.5.2022: Mazuco – Muñani

Der Plan: Frühstück 06:15 gegenüber der Unterkunft, 07:00 Abfahrt, 9 Std. Fahrzeit inkl. Stops > Ankunft ca. 16:00 bei Tageslicht.
Die Ausführung: Carlos müde (weil zu spät ins Bett), deshalb Frühstück bis 07:15, Abfahrt nach 08:00, anschliessend auftanken (damit die Touristen auch das tägliche Leben voll geniessen können). Nach eineinhalb Stunden erste Pause von 45 Minuten: Fahrer immer noch oder schon wieder müde, braucht Kaffee. Gegen 16:00 zweigen wir 85km vor dem Ziel auf eine Schotterstrasse ab, von der aber weder Führer noch Fahrer (der sicher nicht) eine Ahnung haben, ob irgendwann wieder Asphalt kommt. Nach grosser Beratung drehen wir um, fragen im nächsten Dorf nach dem besten Weg (4 Leute, 7 Meinungen). Danach hetzt der Michael den Fahrer über die Strasse, weil er noch bei Tageslicht am Ziel ankommen will (da er dort den Weg auch nicht kennt). Unterwegs fragen wir immer wieder nach dem Weg, die Empfehlungen decken sich in wundersamer Weise mit der Route des Navigationssystems (dem man aber lieber nicht glaubt). Die letzten 20km sind zuerst Schotterweg, auf dem man bei der nun herrschenden Dunkelheit die Schlaglöcher zur Freude der Autoinsassen natürlich nicht mehr sieht und zuletzt folgt noch eine Karrenpiste. Ankunft kurz vor 19:00, alle völlig geschafft.

Was aber wichtiger ist: auf dem Weg vom Regenwald auf 400m Höhe durchqueren wir nochmals alle Klimazonen bis auf den Abra Oquepuno auf 4872m, von wo aus es wieder auf den Altiplano mit ca. 4200m hinunter geht. Beim Aufstieg kommen wir durch das Tal des Rio Orachella resp. Rio Mucasani. Auf halber Höhe steht in San Gaban ein grösseres Flusskraftwerk, das aktuell durch ein chinesisches Konsortium mit weiteren Stufen ausgebaut wird. Bei den Baustellen müssen wir immer wieder warten, was gute Gelegenheiten sind, um die schöne Landschaft anzuschauen und zu fotografieren. Nach dem Pass auf buchstäblich atemberaubender Höhe öffnen sich die weiten Flächen des Altiplano mit kleinen Adobe (Lehmziegel-) Häuschen, grossen Alpaka-Herden und langsam fliessenden, sich nach links und rechts schlängelnden Flüssen. Bezaubernde Ausblicke im späten Nachmittagslicht.

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