Donnerstag, 25.6.26: Delta das Americas

Wieder fahren wir zum gleichen Hafen wie gestern Nachmittag, der gleiche Bootsführer erwartet uns. Er begrüsst uns freundlich, offensichtlich war das gestrige Trinkgeld ok. Langsam geht es durch die Flusslandschaft nach Norden. Gemütlich schlängeln wir uns auf einem kleinen Nebenarm des Rio Parnaiba durch das grüne Dickicht. Ein Kapuzineräffchen turnt durch einen dicht belaubten Baum, beständig auf der Suche nach Futter. Ein paar Kaimane lümmeln im bräunlichen Brackwasser herum und ein Nachtreiher steht hochkonzentriert im Schlamm, darauf hoffend, dass sich vor seinem Schnabel Beute regt. Rote Mangrovenkrabben huschen am Ufer umher, immer auf der Hut, dass sie nicht von einem roten Ibis gefressen werden. Die Federfarbe der roten Ibisse entsteht massgeblich durch die Vertilgung dieser prächtigen Krabben, da diese sehr viel sogenanntes Carotinoid enthalten.

Unser Kapitän Oseiás versucht redlich, uns das eine oder andere zu erklären, bruchstückweise verstehen wir sogar etwas. Ein schöner Spaziergang auf einer Düne braucht nicht viel Erläuterung, ebensowenig die Strandrunde an der Mündung ins Meer. In einer Barraca de Praia machen wir einen Lunchbreak, sorgfältig überwacht von 2 stattlichen Leguanen. Fast wären wir den ganzen Nachmittag geblieben, so gemütlich war es dort. Oseiás will aber natürlich wieder zurück, er ist ja schliesslich nicht zum Vergnügen hier. Den restlichen Nachmittag und den Abend verbringen wir faulenzend in unserem Hotel.

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