Dienstag, 16.6.26 / Mittwoch, 17.6.26: Von Bonito nach Brasilia

Eigentlich würde das Tagesprogramm aus Besichtigung einer Höhle, einer Flussfahrt, einem Hacienda-Besuch und Schnorcheln bestehen. Damit wir nicht erst mitten in der Nacht in Campo Grande ankommen, wird das Programm aber deutlich gekürzt. Wir besuchen nur die mässig berauschende Höhle Gruta São Miguel und hängen dann – warum auch immer – den halben Vormittag herum, bis es Zeit für das Mittagessen ist. Als wir für die Abfahrt bereit sind, fehlt nur der Bus und ohne diesen geht es halt nicht so gut. Der Fahrer musste noch tanken und Wasser einkaufen, weil er während der dreistündigen Mittagspause dafür keine Zeit hatte. Schliesslich fahren wir dann los, allerdings nur ein paar hundert Meter, denn die Türe schliesst nicht richtig. Für eine kleine Funktionskontrolle war über Mittag auch keine Zeit. Es braucht noch einen Mechaniker des Busunternehmens, bis wir dann tatsächlich auf die Reise gehen. Es ist längst dunkel, als wir in Campo Grande eintreffen. Schade, dass wir nicht mehr aus diesem Tag machen konnten, insgesamt wäre in Bonito sicher sehr viel mehr möglich gewesen.

In Campo Grande schlafen wir für einmal aus und spazieren nach dem späten Frühstück durch den schönen Park der indigenen Völker. Solche sehen wir zwar nicht, dafür eine Grossfamilie Capybaras, die ziemlich behäbig in der Nähe eines kleinen Wasserlaufs herumhängen. Wir besuchen den imposanten Pantanal Biopark, in dem sich das offenbar grösste Süsswasser-Aquarium der Welt befindet. Beim Rundgang durch die Wasserwelt lassen wir nochmals unsere Pantanal-Erlebnisse Revue passieren und finden sogar noch die bislang vermisste Anakonda.

Der Flugplatz in Campo Grande ist ziemlich leer, der Flieger nach Brasilia aber trotzdem voll. Das Boarding ist ein Spektakel der Extraklasse. Es beginnt damit, dass der Flieger von vorne nach hinten gefüllt wird, was natürlich doppelt so lange dauert wie umgekehrt. Dann hat jeder zweite Passagier seinen halben Hausrat dabei, sodass schon bald ein erbitterter Kampf um den Platz in den Gepäckablagefächern ausbricht. Dass das Kabinenpersonal bei dem Geschrei und Gewusel nicht ausrastet, grenzt an ein Wunder. Nicht ganz überraschend überlebt die Frau in der Reihe vor mir den Start, auch wenn sie dabei fast ein Herzchriesi bekommt und von drei Gschpänli beruhigt werden muss. Gegen 20 Uhr kommen wir ohne weitere Sonderereignisse wohlbehalten in Brasilia an und sind nach kurzer Fahrt in unserem Hotel am Lago Paranoa, einem grossen künstlichen See.

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