Reisen

9.11.2017: Amantani – La Paz

Am frühen Morgen müssen wir zunächst das gestern ausgelegte Fischernetz wieder einholen. Unser Fischer Orlando ist zwar noch etwas müde und kommt deshalb eine halbe Stunde zu spät. Er wird aber schnell wach, als er zu seiner Überraschung eine ganze Menge Lachsforellen im Netz findet, darunter einen schönen Einpfünder. Er ist absolut happy, noch gestern jedenfalls war die Übung aus seiner Sicht vermutlich vor allem touristischer Natur.

Nach dem Frühstück nehmen wir Abschied von unserem kleinen Paradies und es geht – wieder mit Captain Ignacio – zurück nach Puno. Diesmal hat er seine ganze Familie dabei: Mutter, Frau und Tochter, die alle in Puno shoppen gehen möchten (scheint ein weltumspannender weiblicher Drang zu sein!). Wir finden unseren Fahrer, der uns an die bolivianische Grenze bringt und ziemlich genau um 12 Uhr mittags fahren wir los. Auf der Fahrt über den Altiplano fällt uns auf, dass eine Unzahl von Häusern unvollendet ist, das Resultat fehlender finanzieller Mittel. Mitte Nachmittag erreichen wir Desaguadero, den peruanisch-bolivianischen Grenzort. Das Auto parken wir an der Plaza Principal und machen uns dann zu Fuss auf den Weg durch das Getümmel von Leuten. Fast alle schleppen irgendetwas von A nach B und wer dies nicht tut, versucht seine Waren feil zu halten. Das peruanische Ausreisebüro macht einen ziemlich guten Eindruck und zu unserer Überraschung spricht der Grenzpolizist sogar Englisch. Auf der bolivianischen Seite ist das Ganze schon eher etwas rustikal, aber schliesslich schaffen wir die bürokratischen Einreisehürden mit Bravour.

Wir haben nun einen neuen Fahrer, der uns in gut zwei Stunden nach La Paz fährt. Unterwegs haben wir eine prächtige Aussicht auf die Cordillera Real mit ihren schneebedeckten Sechstausendern. Zeitweise weht ein starker Seitenwind und kurzzeitig regnet es. Der erste Eindruck von Bolivien überrascht uns etwas, denn entgegen aller Beschreibungen machen uns die Dörfer einen geordneteren Eindruck als auf der peruanischen Seite. Bei unserer Ankunft in El Alto, der riesigen Vorstadt von La Paz auf dem Hochplateau wälzen wir uns rund um den Flughafen und durch das Feierabendgewühl. Dann sind wir plötzlich am Rand des Hochplateaus und sehen hinunter in den Kessel, in dem sich La Paz zwischen 3200m und 4100m erstreckt. Echt faszinierend und in dieser Art wohl einzigartig auf der Welt. Nach gefühlten tausend Kurven kommen wir um ca. 18:30 bolivianischer Zeit (+ 1 Stunde zu Peru) zu unserem Hotel.

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