Reisen

31.5.18: Camel-Trophy nach Kathmandu

Es fängt alles ganz locker an. Nach einer Nacht in einem kalten, ungeheizten Hotel fahren wir nach einem kurzen Frühstück schon um 08:00 los und sind nach ca. 20km bereits an der Nepalesischen Grenze. Dort müssen wir als erste in einer stetig wachsenden Kolonne eine gute Stunde warten, bis sich die Chinesische Obrigkeit bequemt, uns das Verlassen des Reichs der Mitte zu gestatten. Auf der anderen Seite der Grenze erwartet uns ein kleiner Kulturschock. Ein Riesen-Chaos von Lastwagen, Pick-Ups und Jeeps, die kreuz und quer auf einer Schotterstraße warten. Irgendwie finden wir in diesem Ghetto unseren Führer und wir erledigen danach mit seiner Unterstützung die ersten Einreiseformalitäten. Danach holpern wir los. Die Strecke nach Kathmandu ist eigentlich nicht so wahnsinnig lang. 140km auf der Hauptverbindungsstrasse zum zweitwichtigsten Handelspartner von Nepal sollten auch bei sehr viel Verkehr in 2-3 Stunden zu schaffen sein. Nun gibt es Strassen, Strassen mit Schlaglöchern und eine Reine Ansammlung von Schlaglöchern. Wir treffen letzteres an und so werden wir auf unseren Sitzen hin und her geworfen wie in einem Schüttelbecher. Die Strapazen werden durch eine wunderbare gebirgige und grüne Landschaft kompensiert, die uns auf der ganzen Strecke begleitet. Unterbrochen wird der Spass alle paar Kilometer durch eine Polizei- oder Miltärkontrolle. Insgesamt zeigen wir unsere Pässe an 11 Kontrollposten und öffnen all unser Gepäck dreimal. Irgendwann im Laufe des Nachmittags beginnt es zu regnen, dann zu schütten. Die Strasse, wenn die überhaupt so nennen darf, verwandelt sich im Nu in eine Schlammpiste und einmal drohen wir im Dreck stecken zu bleiben. Mit letzter Not schafft es dann ein zweiter Fahrer, unseren Jeep doch noch die Steigung hochzuwürgen. Dann geht es auf der anderen Seite des Passes in einer mittleren Schlitterpartie wieder hinunter, bis wir endlich die Peripherie von Kathmandu erreicht haben. Im nachmittäglichen Verkehrschaos von Nepal’s Hauptstadt ist es zwar nicht mehr staubig oder schlammig, dafür bewegt sich sonst nicht. Für die letzten 8km brauchen wir nochmals eine volle Stunde. So lösen wir nun die Eingangsfrage: für ca. 140km haven wir heute gut 9 Stunden gebraucht. Durchgerüttelt geniessen wir danach den Abend in unserem traumhaften Hotel im traditionellen nepalesischen Stil.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.