Reisen

28.1.19: Yala-Nationalpark – Kataragama

Nach einem Frühkaffee verlassen wir um 06:00 unsere Lodge und machen uns mit dem selben Fahrer wie gestern Abend auf die Pirsch. Den ersten Stau gibt es beim Parkeingang, wo jedes Fahrzeug säuberlich registriert wird. Das Licht der aufgehenden Sonne zaubert eine schöne Stimmung in der Savannenlandschaft herbei. Nach einer Weile sehen wir die ersten Wasservögel, später hier und da ein Wildschwein und ein einsamer Fuchs überquert die offene Ebene. Die Elefanten machen sich rar, dafür hat es umso mehr Wasserbüffel, die faul im Wasser chillen. In der Nähe eines grösseren Felsens wärmt sich ein gutes Dutzend Nashornvögel auf einem Baum, auf dem Fels dahinter sind nochmals etwa gleich viele am Streiten. Es herrscht ein ständiges Ein- und Ausfliegen (Kommen und Gehen wäre weniger treffend), nur wir verbleiben knipsend an Ort und Stelle. Am gleichen Ort wie gestern Abend machen wir eine kurze Streck- und Frühstückspause, worauf wir bald weiter Richtung Osten rumpeln. Plötzlich kommt Hektik auf: ein Leopard wurde gesehen. Das Fahrtempo erhöht sich substanziell und damit auch die Amplituden des Rüttelns. Bei der magischen Stelle ist bereits ein neuer Stau entstanden, nur diesmal bewegt sich gar nichts. Wer etwas sieht, macht alles um seinen hart erkämpften Aussichtsplattform nicht aufzugeben. So sehen wir eine gefühlte Ewigkeit ausser Sträucher, Bäumen und touristengefüllten Jeeps gar nichts.

Als wir dann schliesslich doch noch auf den one-and-only Quadratmeter kommen, von wo aus der Leopard zu sehen ist, sehen wir auch nicht viel mehr. Faul liegt er etwa 100m entfernt im Schatten und kümmert sich keinen Deut um den Tumult auf dem Weg. Es fragt sich schon, wie man unter diesen Umständen mit einem Handy ein vernünftiges Foto schiessen kann. Wir machen Platz, mit einem eher brauchbaren Bild im Kasten. Um 11:00 sind wir wieder zurück im Hotel. Wir geniessen den Hotelgarten und den Pool, lassen es aber bleiben, dem Krokodil im grossen Wasserloch vor der Lodge Gesellschaft zu leisten.

Gegen Abend wird es dann nochmals ernsthaft. Wir fahren eine Stunde Richtung Norden nach Kataragama. Dies ist ein Pilgerort, der für Buddhisten ebenso wichtig ist wie für Hindus und Muslime. Mit Kataragama ist der hindustische Kriegsgott Skanda gemeint, der von den singhalesischen Buddhisten als Sohn Shivas zum Schutzgott der Insel erkoren wurde. Wir können im Haupttempel einer Zeremonie beiwohnen, während der zuerst der hinduistische Teil zelebriert wird, direkt danach der buddhistische Teil. Wir sind sehr beeindruckt von der speziellen Atmosphäre. Augenscheinlich ist es möglich, dass drei unterschiedliche Religionen friedlich am gleichen Ort praktiziert werden.

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