Reisen

24.5.18: Kloster Drepung und Potala-Palast

Mitten in der Nacht, d.h. um 08:00 müssen wir auf die Piste. Der Tagesablauf wird durch die strikt organisierten Besuchszeiten im Potala-Palast bestimmt. Das bedeutet, dass wir zuerst das Kloster Drepung besuchen, etwa 8km westlich des Stadtzentrums von Lhasa. Man glaubt es kaum, aber die Anlage ist noch praktisch menschenleer und ausserdem leuchten die Gebäude mit ihren goldenen Spitzen und Türmchen herrlich im frühen Morgenlicht. Das Kloster wurde 1416 gegründet, beheimatete einmal rund 10‘000 Mönche und diente dem 5. Dalai Lama bis zur Fertigstellung des ersten Teils des Potala-Palastes im Jahr 1648 als Residenz. Neben der Pracht der vielen Tempel und Hallen ist von hier aus auch die Aussicht auf das Flusstal sehr schön. Gemütlich steigen wir viele Stufen rauf und runter, wechseln vom einen Tempel zum nächsten und begreifen wieder ein oder zwei Details mehr vom tibetanischen Buddhismus. In der grossen Küche schauen wir ein paar Mönchen beim Reiskochen zu. In der grossen Versammlungshalle wird gerade Opfergeld gezählt und wir wundern uns, welche Mengen an Banknoten die Gläubigen während eines Tages offensichtlich spenden. Auf dem Rückweg nach Lhasa besuchen wir auch noch kurz das ehemalige Staatsorakel Nechung. Auch weise Leute wie die Dalai Lamas benötigen offenbar den Rat von Orakeln bei wichtigen staatspolitischen Entscheiden.

Wir pirschen uns für unsere Potala-Tour von Süden her an und gewinnen vom grossen Potala-Platz her einen ersten Überblick über das gewaltige Bauwerk. Danach kraxeln wir in der Mittagshitze die ca. 300 Stufen zum Palasteingang hoch. Unsere Ankunft müssen wir punktgenau timen, damit wir wirklich zu der uns zugewiesenen Zeit von 12:40 Uhr beim Eingang sind. Ab dann haben wir genau 60 Minuten Zeit für die Besichtigung des prachtvollen Gebäudes, das offenbar über 999 Räume verfügt. Wunderschöne Hallen, Zimmer und Tempel haben dem 5. bis 13. Dalai Lama gedient. 8 der Dalai Lamas sind auch hier begraben worden. Der Weg hinunter ist ähnlich anstrengend und so sind wir froh, als wir endlich zu einem späten Mittagessen in einem etwas reinigungsbedürftigen, aber gemütlichen tibetischen Restaurant kommen.

Anschliessend machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Sommerpalast einiger Dalai Lamas. Einerseits tragen aber die Füsse nicht mehr gleich gut wie am Morgen, andrerseits sind die Gebäude nicht mehr ganz so spektakulär wie die bisher besuchten. So sind wir schnell wieder auf dem Rückweg in die Stadt. In einem nicht ganz einfach zu findenden Handicraft-Shop schauen wir uns noch nach brauchbaren Souvenirs um, lassen das Geld aber ausnahmsweise in der Tasche, weil wir nicht etwas wirklich Gescheites finden. Der Rückweg durch das Muslimquartier zeigt uns noch eine neue Perspektive der tibetischen Hauptstadt und nach weiteren 15-2o Minuten sind wir dann zurück im Hotel.

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