Reisen

10.11.2014: Trekking zu den Akha

Trotz migränenbedingtem Handicap der besten aller Ehegattinnen nehmen wir nach dem Provianteinkauf auf dem Markt den Weg Richtung Süden unter die Räder. Vorbei an grossen Reisfeldern fahren wir auf der AH2 bis zum Pass bei Loi Pang Koi. Dort beginnt nach dem Besuch einer kleinen Schule der schweisstreibende Teil unseres heutigen Tagesprogramms. Wir stapfen munter den Berg hinauf bis auf fast 1600m. Das Wetter ist einwandfrei und die Aussicht auf das Tal und die gegenüberliegenden Hügel prächtig. Etwas unterhalb des Kulminationspunktes kommen wir zu einer Gruppe von 4 Akha-Dörfern, sauber getrennt nach Religionen: Animistisch, gemischt animistisch-buddhistisch, rein buddhistisch und christlich. Schon beim ersten Haus werden wir herzlich empfangen und setzen uns zu Erdnüssen und einer Runde Reisschnaps zu einer rund 80-jährigen Frau, die bereits Ur-Ur-Grossmutter ist und wohl in den nächsten 5 Jahren ein weiteres Ur vornedran erhalten wird. Hier wird bereits im Alter von ca. 16 geheiratet, einerseits weil es immer so war, andrerseits weil sonst die unverheirateten jungen Männer zum Militärdienst rekrutiert werden: entweder von der burmesischen oder von der gegen erstere kämpfenden Shan-Armee.

Wir kaufen eine schöne gestickte Jacke, eher zur Dekoration als zum Gebrauch zuhause. Etwas weiter unten setzen wir uns auf die Terrasse eines anderen Hauses und geniessen unser wohl verdientes Mittagessen. In der Zwischenzeit ist auch die Gemahlin wieder auf dem Dampfer. Auf dem weiteren Weg machen wir hier und dort eine kurze Pause und halten einen kleinen Schwatz, immer schön übersetzt vom Shan-Führer Nei Win zum burmesischen Führer Turis und dann zu uns. Wir erfahren viel Interessantes über das Leben in dieser immer noch sehr abgeschiedenen Welt und fragen uns, wie lange die Leute hier in den Bergen noch ihre Ruhe haben werden. Im Kindergarten werden die Kinder wegen uns sogar aus dem Mittagsschlaf geweckt, damit sie uns ein Lied singen können. In der nahe gelegenen Schule werden wir fast schon förmlich durch die Schulvorsteherin zu einem Besuch eingeladen. Sie leitet eine stattliche Schule mit momentan 141 Schülern in 8 Klassen.

Langsam machen wir uns dann wieder auf den Weg ins Tal hinunter und geniessen dabei das warme Licht der Sonne am späten Nachmittag. Rund 6 Stunden nach dem Start sind wir wieder im Tal unten, wo uns unser Fahrer abholt und zurück nach Keng Tung bringt.

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