Reisen

1.11.18 Selva Bananito

Wecker brauchen wir heute Morgen keinen: es zirpt, zwitschert, quakt und brüllt aus allen Richtungen und noch vor 6 Uhr dringen auch die ersten Sonnenstrahlen durch das Blätterdickicht. Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse unternehmen wir mit dem Forstingenieur und Biologen Harvey einen Gummistiefel-Spaziergang in der Nähe der Lodge. Das Gebiet von Selva Bananito, das ca. 17 Quadratkilometer umfasst, wurde früher für den Anbau von Kakao und Bananen sowie für die Viehzucht benutzt. Ab 1985 war damit (ausser der Viehzucht) aber Schluss und heute wird es sukzessive wieder renaturiert. Wir durchqueren auf einer relativ kühlen, aber wegen der hohen Feuchtigkeit doch schweisstreibenden Wanderung von der offenen Weide bis zum unberührten Primärwald alle hier vorhandenen Vegetationsstufen. Zuletzt kommen wir entlang des kleinen Rio Cristallino zurück zum Ausgangspunkt. Kurz vorher entdecken wir zwischen Ästen und Blättern noch eine hochgiftige, knallgelbe Schlange, die in der Nähe des Wassers im Schatten chillt. Harvey ist froh, dass ich mit meinem Teleobjektiv eine gewisse Minimaldistanz einhalten muss!

Nach dem Mittagessen kurven wir eher ziellos rund um die Lodge und suchen mit mässigem Erfolg interessante Vögel. Dem Vernehmen nach brechen Hobby-Ornithologen in wahre Begeisterungsstürme aus, wenn sie hier ein paar der kleinen, graubraunen Piepser sehen, die immer genau dann weiterfliegen, wenn Harvey das Fernrohr auf sie eingestellt hat. Aber das Gesamterlebnis in der Selva Bananito Lodge bleibt spektakulär. Am Ende des Nachmittags fasziniert uns erneut der Übergang vom Tag zur Nacht mit all den Dschungelgeräuschen fernab der Zivilisation.

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